Kölner Kultur-Leben: Iranischer Musiker von Philharmonie-Publikum angepöbelt

The SoundCloud content at https://soundcloud.com/sputnik-de/kolner-philharmonie-intendant-im-konzertsaal-muss-man-sich-benehmen is not available, or it is set to private.

Das Konzert des iranischen Cembalo-Virtuosen Mahan Esfahani, war am Wochenende mit Pfiffen und ausländerfeindlichen Parolen unterbrochen worden, berichten deutsche Medien.

Das anspruchsvolle Stück "Piano Phase" von Steve Reich muss die Zuhörer, die scheinbar eher auf Johann Sebastian und Carl Philipp Emanuel Bach eingestimmt waren, so überfordert haben, dass sie die Musiker durch lautes Klatschen und Buh-Rufe zum Aufhören zwangen. Einige Gäste sollen daraufhin den Saal verlassen haben.

Als das Publikum zu laut geworden sei, habe Esfahani sein Spiel unterbrochen und auf Englisch gefragt: "Wovor haben Sie Angst?". Die Antwort darauf wäre: "Reden Sie doch gefälligst Deutsch!"
Der Musiker sowie der Geschäftsführer der Orchester-Formation zeigten sich schockiert. „Das kam für alle überraschend, das haben wir vom Kölner Publikum nicht erwartet. Wir können es uns auch nicht erklären", sagte Jochen Schäfsmeier, Geschäftsführer von Concerto Köln, gegenüber dem „Kölner Stadtanzeiger".

Mahan Esfahani ماهان اصفهانی über den Eklat beim gestrigen Konzert."I’m also fairly sure that the harpsichord has...

Опубликовано Kölner Philharmonie 29 февраля 2016 г.

Die Philharmoniker wollen trotz des unangenehmen Vorfalls weiter gemeinsame Auftritte mit Esfahani organisieren. Schon am 1. März 2017 soll er „Piano Phase“ erneut in der Philharmonie spielen.

In seiner Stellungnahme zu dem Vorfall sagte der Intendant der Kölner Philharmonie Louwrens Langevoort: "Es gibt zwei Konsequenzen. Erstens habe ich sofort Mahan Esfahani eingeladen, das Konzert, oder mindestens das Stück von Steve Reich, nochmals in unserer Philharmonie zu spielen. Das wird nicht das gleiche Konzert sein, wir werden es nicht mit Concerto Köln machen. Aber Mahan Esfahani wird mit einigen anderen Musikern eine Art kammermusikalischer Abend machen, aber das Steve Reich-Stück wird dann natürlich groß gespielt und dann mal richtig gespielt. Das ist die eine Konsequenz."

"Und die andere Konsequenz ist, dass ich natürlich schaue, welche Programme ich mache, aber das Abenteuer, was jedes Konzertprogramm haben muss und dann auch mal ein kleines Stück in eine andere Zeit zu gehen, dass muss absolut bleiben. Und da kann ich mich nicht von einem Konzertpublikum diktieren lassen. Ich finde schon, dass man als Intendant von einem Konzerthaus die Verantwortlichkeit hat, auch Musik zu programmieren, die vielleicht nicht in der ersten Instanz zu den Top 50 gehört. Sonst würde die Musik verarmen, und das darf überhaupt nicht sein", so Langevoort.

Globist

Nachrichten von Globist

No comment

    Leave a Response