Wettrüsten im All: Russland fordert rechtsverbindliches Verbot

Russland macht die Perspektive eines Rüstungswettlaufs im All Sorge, wie der Vizeaußenminister Sergej Rjabkow am Samstag äußerte. Moskau besteht ihm zufolge auf der Notwendigkeit, ein rechtsverbindliches Verbot in dieser Sphäre auszuarbeiten.

Der existierende Weltraumvertrag von 1967 verbietet die Positionierung von Massenvernichtungsmitteln im All, aber er ist kein Hindernis, konventionelle Waffen in eine Erdumlaufbahn zu bringen. Indessen sieht das in den USA in der Ausarbeitung befindliche Konzept des weltweiten Schnellschlags (Prompt Global Strike) zur Entwaffnung von atomaren Kräften einen nichtnuklearen Schlag von im Erdorbit positionierten Plattformen aus vor.

„Die Perspektive einer Verlagerung des Wettrüstens ins All beunruhigt uns sehr, und wir bestehen auf der Notwendigkeit, ein rechtsverbindliches Dokument auszuarbeiten, das die Positionierung von offensiven Waffensystemen im All verbietet“, sagte der Vizeminister.
Ihm zufolge gibt es „beunruhigende Ungleichgewichte – und es werden nicht weniger – auch in der Sphäre konventioneller Waffen“.

„Es gibt ernsthafte Probleme, verbunden mit dem ausbleibenden Fortschritt auf Verschulden der USA hinsichtlich des Inkrafttretens des Vertrags über das umfassende Atomtestverbot. Die Liste unserer Besorgnisse ist damit nicht erschöpft“, ergänzte Rjabkow.
Die USA gehören zu jenen acht Ländern, die Kernwaffen oder das Potential zu ihrer Entwicklung besitzen, den Vertrag über das umfassende Atomtestverbot von 1996 jedoch nicht unterzeichnet haben.

Die US-Regierung brachte diese Frage im Senat des Kongresses der USA zur Abstimmung, aber jener stimmte dagegen. Ende Januar erklärte der US-Botschafter in Moskau, Washington plane dennoch, diesen Vertrag zu ratifizieren.

Foto: Roskosmos/Fedor Yurchikhin

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Globist

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