Atomabrüstung: Russland lehnt neue Verhandlungen mit USA ab

Washingtons Aufrufe, neue Verhandlungen über einen weiteren Abbau der Atomwaffenarsenale zu führen, entbehren jeder Vernunft, weil die USA gleichzeitig versuchen, das russische Verteidigungspotenzial mit Sanktionen zu untergraben. Dies teilte Sergej Rjabkow, Russlands Vizeaußenminister, mit.

Laut ihm sind solche Verhandlungen erst dann möglich, wenn alle russischen Besorgnisse in Erwägung gezogen werden.

Das Weiße Haus hatte am vergangenen Freitag Russland zu Verhandlungen über die atomare Abrüstung aufgerufen. Der gültige START-III-Vertrag (zur Verringerung der strategischen Offensivwaffen) ist 2011 in Kraft getreten.

Rjabkow erklärte, dass solche Verhandlungen nicht möglich seien: Erstens, weil Russland sein Atomwaffenarsenal bereits bis auf das Niveau vom Ende der 50er – Anfang der 60er Jahre reduziert hat; zweitens, weil die USA ihre destabilisierenden Aktivitäten fortsetzen, indem sie ein globales Raketenabwehrsystem und ihr Konzept eines konventionelles globalen Schlages zur Entwaffnung der Atommächte entwickeln.

„Der dritte Schwerpunkt, der als Reaktion auf ‚Ermahnungen‘ aus Washington erörtern werden muss, ist das völlige Fehlen von politischer Logik und Vernunft in den Vorschlägen zur Entwaffnung unter Umständen, wo sich die jetzige US-Administration seit langem gezielt darum bemüht, Russlands Verteidigungs- und Industriepotential durch ihre Sanktionspolitik zu unterbinden“, erklärte der Vizeaußenminister.

Die US- und EU-Sanktionen wurden vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise verhängt, in erster Linie gegen russische Verteidigungs- und Energie-Unternehmen sowie die Staatsbanken.

Laut Rjabkow habe Russland nicht vor, nach den immer wieder wechselnden US-Regeln zu spielen.

„Wenn sich alle von mir erwähnten Umstände geändert haben werden: wenn unsere Besorgnisse und Prioritäten akzeptiert werden, das heißt, wenn es zu einer Situation kommen wird, dass allen gleiche Sicherheit und Stärkung des allgemeinen Schutzes auf der Basis der souveränen Gleichheit der Staaten gewährleistet sein wird — erst dann könnte man vielleicht zur Erörterung einer Fortsetzung der Verhandlungen zurückkehren. Aber nicht früher“, resümierte der Diplomat.

Foto: © Flickr/ Maxwell Hamilton

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Globist

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