Hat Finnland genug? Helsinki will massenweise Flüchtlinge abschieben

Die finnischen Behörden wollen nun genauso wie ihre schwedischen Nachbarn Zehntausende Migranten, die keine Aufenthaltserlaubnis bekommen haben, aus dem Land deportieren.

Am Donnerstag kündigte Finnlands Innenministerium an, rund 20.000 Asylbewerber abzuschieben.
2015 sind insgesamt 32.000 Asylanträge gestellt worden, somit erwäge das Land also die Abschiebung von rund zwei Dritteln aller angekommenen Migranten. Alle 32.000 Fälle sollen von den Behörden bis Ende Mai geprüft werden, allerdings sollten 60 Prozent aller Migranten auf jeden Fall mit einer Abschiebung rechnen. Diese Zahl hatte der EU-Kommissar Timmermans am Mittwoch angegeben. Genauso viele eingereiste Personen hätten keinen Anspruch auf Asyl in der EU, sagte er.

Auch laut der Sprecherin des EU-Kommissars für Migration, Natasha Berto, haben 60 Prozent der im Dezember in der EU eingetroffenen Migranten kaum Chancen auf Asyl, da sie nicht aus Krisenregionen stammen.
Am selben Tag teilte Verteidigungsminister Jussi Niinistö mit, dass Finnland einen Militäreinsatz gegen die Flüchtlingswelle an der Grenze zu Russland erwäge.
Zuvor hatte auch Schweden angekündigt, bis zu 80.000 von den 163.000 im vergangenen Jahr eingereisten Asylbewerbern abzuschieben.

Nach Angaben der Internationalen Migrationsorganisation (IOM) sind in den ersten 26 Tagen des laufenden Jahres mehr als 47.000 Flüchtlinge aus Syrien und anderen Ländern auf dem Seeweg nach Europa gekommen. 2015 waren es nach offiziellen Angaben insgesamt genau 1.011.712 Menschen. Nach Einschätzung der EU-Kommission ist die gegenwärtige Migrationskrise die schwerste seit dem Zweiten Weltkrieg.

Foto: © AFP 2016/ LEHTIKUVA/Jussi Nukari

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Globist

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