USA: Ölzentren werden zu Geisterstädten

Über Nacht sind Menschen in der Gegend um Eagle Ford zu Milliardären geworden. Doch plötzlich platzt der amerikanische Traum. Inzwischen müssen sie Insolvenz anmelden.

Wegen der rasant fallenden Ölpreise seien einst erfolgreiche Wirtschaftszentren zu Geisterstädten geworden, schreibt die amerikanische Zeitung USA-Today. Genau genommen gehe es dabei um das texanische Städtchen Pearsall nahe der Ölfeldes Eagle Ford.

„Es ist so, als ob wir wieder in einer Geisterstadt wären“ sagte der Barbesitzer Troy Reeves. „Es gab eine Zeit, da sprudelte das Geld nur so. Meine Bar war voll von Menschen, die auf den Ölfeldern arbeiteten. Heute ist es hier leer.“

Zudem ist Reeves Eigentümer einer Ölfirma. Sein Geschäft in Pearsall florierte jahrelang. Dies ermöglichte ihm, einige Dutzend Menschen einzustellen und eine eigene Bar zu eröffnen. Im vergangenen Jahr musste er 35 Beschäftigte entlassen: „Niemand hat mit diesem Preisverfall so schnell gerechnet“, gibt er zu.

Wie auch andere Städte in der Gegend um das Ölfeld Eagle Ford habe Pearsall mit dem Fracking-Boom einen ungeahnten Aufstieg erlebt. Und habe ebenso tief fallen müssen, wie die Ölpreise, schreibt USA Today.

Am Mittwoch sei der Preis für die Sorte West Texas Intermediate unter 27 Dollar je Barrel gerutscht – der tiefste Wert seit zwölf Jahren.

Habe es hier vor drei Jahren 259 Bohrtürme gegeben, seien es heute nur noch 68. Der freie Fall der Ölpreise habe die Märkte erschüttert, die Wertpapiere um Milliarden von Dollar entwertet und zu tausenden Entlassungen im Öl- und Gassektor geführt, schreibt die Zeitung weiter. Eagle Ford bekomme dies wie keine andere Region zu spüren.

Einst waren die Bauern um Eagle Ford über Nacht zu Milliardären geworden. Seit fast einem Jahr versuchen die Einheimischen nun mit dem Verfall zurechtzukommen. Doch der weiter anhaltende Preisrutsch und die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran – wonach noch mehr Öl auf die Märkte flutet – korrigierten die Prognosen für die südtexanische Ölindustrie von depressiv auf nahezu hoffnungslos.

Der Bundesstaat habe auch früher derartige Preisrückgänge durchmachen müssen. Jedoch nicht von solchem Ausmaß, sagt der Direktor des Instituts für Wirtschaftsgeologie an der Universität Texas: „Dieser Rückgang dauert länger und ist tiefer als in den Jahren 1999, 2007 und 2009. Und es ist kein Ende abzusehen.“

Foto: REUTERS/ Lucy Nicholson/Files, USA: Ölzentren werden zu Geisterstädten

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Globist

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